
Eine neue Dokumentation beleuchtet erneut den verheerenden Absturz von Germanwings Flug 9525 und bietet einen genaueren Einblick in die erschreckenden letzten Momente, bevor Co-Pilot Andreas Lubitz die Maschine absichtlich in die französischen Alpen steuerte.
Am 24. März 2015 verwandelte sich ein zunächst routinemäßiger Flug von Barcelona nach Düsseldorf in eine unvorstellbare Tragödie. Weniger als eine Stunde nach dem Start stürzte der Airbus A320 mit einer Geschwindigkeit von 692 km/h ab, wobei alle 150 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben kamen.
Die Ermittler bestätigten später, dass der Absturz vorsätzlich herbeigeführt wurde. Lubitz, der in der Vergangenheit unter Depressionen und Suizidgedanken gelitten hatte, wartete, bis er allein im Cockpit war, bevor er den tödlichen Sinkflug einleitete.
Berechnete Handlung
Flug 9525 startete kurz nach 10 Uhr Ortszeit. Nach etwa 30 Minuten verließ Kapitän Patrick Sondenheimer das Cockpit, um die Toilette aufzusuchen, und ließ Lubitz allein am Steuer zurück. Laut BBC schloss Lubitz die Tür hinter sich, verriegelte sie, stellte die Flughöhe von 38.000 Fuß auf nur noch 100 Fuß ein und leitete den Sinkflug ein .
Die Aufzeichnungen des Flugschreibers zeigten später, dass Lubitz wiederholte Kontaktversuche der Flugsicherung ignorierte. Sondenheimer hingegen hämmerte verzweifelt gegen die Cockpittür und rief: „Macht die verdammte Tür auf!“, während er versuchte, die Kontrolle zurückzuerlangen.
Lubitz hatte die Notfallzugangscodes außer Kraft gesetzt und so sichergestellt, dass niemand sonst hineinkam.

Letzte Momente
In den letzten Minuten des Fluges wurden die Schreie der Passagiere vom Rekorder aufgezeichnet, nur Sekunden bevor das Flugzeug gegen den Berghang prallte.
Der Flugschreiber enthielt auch frühere Äußerungen von Lubitz, darunter einen scheinbar routinemäßigen Dialog, in dem er dem Kapitän sagte: „Sie können jetzt gehen“, nachdem ihm die Kontrolle über das Flugzeug übergeben worden war.
Nach dem Absturz kam heraus, dass Lubitz von einem Arzt als fluguntauglich eingestuft worden war, dies aber seinem Arbeitgeber verschwiegen hatte. Eine Ex-Freundin erzählte später einer deutschen Zeitung, Lubitz habe einmal gesagt (via CBS News ): „Eines Tages werde ich etwas tun, das das ganze System verändern wird, und dann werden alle meinen Namen kennen und sich an ihn erinnern.“
Lubitz’ Familie wies die Ergebnisse der offiziellen Untersuchung zurück und behauptete stattdessen, er sei vor dem Absturz bewusstlos gewesen. Die Auswertung des Cockpit-Sprachrekorders stützt jedoch weitgehend die Schlussfolgerung, dass der Absturz vorsätzlich herbeigeführt wurde.
Der Vorfall führte zu einer Überarbeitung der Flugsicherheitsprotokolle, einschließlich strengerer Regeln, die vorschreiben, dass sich jederzeit zwei Personen im Cockpit aufhalten müssen.




