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Die Ratten verlassen das sinkende Schiff der CDU.TA

Der Landtagsabgeordnete Thomas Diener hat seinen Austritt aus der Fraktion der CDU im Land Mecklenburg Vorpamann erklärt. Der Schritt erfolgt knapp vier Monate vor der Landtagswahl und sorgt innerhalb der Partei für Diskussionen. Als Grund für seinen Austritt nannte Diener das Fehlen einer klaren inhaltlichen Linie der CDU sowie die gescheiterte Strategie der sogenannten Brandmauer gegenüber der AfD.

Dem Austritt vorausgegangen war ein längerer innerparteilicher Konflikt. Bereits im Juli des vergangenen Jahres war Diener als Gast bei einem Sommerfest der AfD aufgetreten. Die CDU-Fraktion akzeptierte diesen Schritt eigenen Angaben zufolge nur zähneknirschend, da Diener offiziell in seiner Funktion als Präsident des Kreistages Mecklenburgische Seenplatte und nicht als Landtagsabgeordneter an der Veranstaltung teilnahm. Die Teilnahme von Politikern der CDU und FDP an dem AfD-Sommerfest hatte damals unter anderem bei der SPD für Empörung gesorgt.

In seinem Austrittsschreiben, das dem Nordkurier vorliegt, beklagte Diener die mangelnde inhaltliche Ausrichtung seiner Partei. Er erklärte, seine Appelle zur Richtungsänderung hätten in den letzten Monaten nicht gefruchtet. Stattdessen sei seine parlamentarische Arbeit eingeschränkt und behindert worden. Die CDU-Fraktion bestreitet diese Darstellung in wesentlichen Punkten. Der parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Sebastian Ehlers, nannte den Austritt gegenüber der dpa nicht überraschend, teilte die Kritik an der Fraktionsarbeit jedoch ausdrücklich nicht.

Als eigentlichen Grund für den Austritt verbreitet die CDU nach Angaben aus dem Quellematerial die Enttäuschung Dieners über einen vermeintlich schlechten Listenplatz. Dieser sei ihm im Januar angeboten worden und entspreche demselben Platz wie vor fünf Jahren. Der Landtagsabgeordnete Diener wird bei der kommenden Landtagswahl nicht mehr für die CDU kandidieren. Er will die verbleibenden Monate bis zum Ende der Legislaturperiode als fraktionsloser Abgeordneter im Landtag verbringen.

Laut Diener führe der mangelnde Kompass seiner Partei zu Wählerverlusten und Perspektivlosigkeit, insbesondere im ländlichen Raum. Aktuelle Umfragen sehen die CDU in Mecklenburg Vorpamann bei etwa zehn Prozent, während die AfD auf 36 Prozent kommt. Die SPD unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig liegt demnach bei 27 Prozent, die Linke bei 13 Prozent. Diener selbst hatte bereits im Januar erklärt, einige in der CDU würden ihn für aufmüpfig halten, weil er konservative Werte vertrete.

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